Leo Grewenig

Leo Grewenig wurde 1898 in Heusweiler im Saarland geboren. Nach der ersten handwerklichen Ausbildung im elterlichen Malerbetrieb absolvierte er 1921 bis 1923 ein Studium der Malerei an der Kunstakademie in Kassel. Dieses Studium erschien ihm aber zu traditionell und akademisch und so suchte er nach einer Alternative, die er schließlich am Bauhaus fand, wo alle fortschrittlichen künstlerischen Ideen und Bestrebungen der Zeit wie in einem „Schmelztiegel der internationalen Avantgarde“ gebündelt waren. Dort besuchte er zunächst den obligatorischen Vorkurs von László Moholy-Nagy und Josef Albers und durfte parallel dazu in die Klasse für Wandmalerei unter Leitung von Wassily Kandinsky eintreten. Dies war ein Privileg, das Grewenig wahrscheinlich wegen seiner künstlerischen und handwerklichen Vorbildung und wegen besonderer Leistungen genoss. Zusätzlich belegte er Kurse zur Formen- und Farbenlehre bei Kandinsky und Klee. Bereits im März 1925 schloss er seine Ausbildung mit dem Gesellenbrief des Bauhauses ab. Zusätzlich erwarb er noch den Meisterbrief im Malerhandwerk bei der Handwerkskammer in Weimar. Sein Meisterstück war die farbige Neugestaltung des Hauses Ortleb, ein Auftrag den ihm Wassily Kandinsky vermittelt hatte. Kandinsky war es auch, der ihn als Leiter der Werkstatt für Wandmalerei nach Dessau mitnehmen wollte – ein Angebot, das Leo Grewenig ablehnte. Nach einer kurzen Zwischenzeit im Saarland ließ er sich 1928 in Berlin nieder, wo er erfolgreich als freier Künstler arbeitete und unter anderem von Max Liebermann in der Berliner Sezession protegiert wurde. Durch diesen bekam er auch die Möglichkeit, den frühen, auch für Künstler schwierigen Verhältnissen durch die Nationalsozialisten zu entkommen: An der Kunsthochschule Berlin Schöneberg studierte er Kunsterziehung und legte 1931 sein Staatsexamen ab.  In den folgenden Jahren unter der nationalsozialistischen Diktatur konnte Grewenig im Saarland als Kunsterzieher arbeiten. Aufgrund der Bewerbung für eine kleine Ausstellung im Saarland wurde er 1942 durch die Reichskammer der bildenden Künste mit Mal und Ausstellungsverbot belegt und seine Kunst als entartet bezeichnet. Nach zweimaliger Verwundung kehrte er aus dem Krieg zurück und begann sich künstlerisch weiter zu entwickeln. Den Anschluss an die seine früheren gewollt-naiv-figürlichen Szenenbilder mit Motiven aus dem alltäglichen Leben, beispielsweise Volksfesten, Feiertagen und Freizeitspaß fand er nicht und so wandte er sich Mitte der 1950er Jahre wandte der gegenstandslosen Malerei zu. Voll entfalten konnte er sich, als er 1957 nach Bensheim an der Bergstraße zog, wo er außerdem nebenberuflich am Alten Kurfürstlichen Gymnasium als Kunsterzieher tätig war. Es folgten Ausstellungserfolge in renommierten internationalen Museen und Galerien und viele Auszeichnungen wie 1973  die Verleihung des Professorentitels durch die Saarländische Landesregierung oder 1977 das Bundesverdienstkreuz. Bis zu seinem Tod im Jahre 1991 arbeitete Grewenig intensiv und hinterließ ein opulentes Werk, welches in zahlreichen Museen präsent gehalten wird.