{"id":1149,"date":"2024-11-14T12:21:00","date_gmt":"2024-11-14T12:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/klg-bergstrasse.de\/?p=1149"},"modified":"2024-11-14T14:32:50","modified_gmt":"2024-11-14T14:32:50","slug":"chipperfield-in-kuenzelsau-und-marbach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/klg-bergstrasse.de\/?p=1149","title":{"rendered":"Chipperfield in K\u00fcnzelsau und Marbach"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"p-century-gothic\">Mit 33 Teilnehmenden startete die diesj\u00e4hrige, dem Werk von David Chipperfield gewidmete Herbstexkursion der Kulturinitiative Leo Grewenig (KLG) am zweiten Novemberwochenende in nebliger Stimmung. Die Sonne sollte sich erst nachmittags in Marbach zeigen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Einige Impressionen von der Fahrt:<\/h5>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n\n\n\n<p class=\"p-century-gothic\">Erstes Ziel war jedoch das Museum W\u00fcrth 2 in K\u00fcnzelsau, rund 500 Meter vom Hauptverwaltungssitz der W\u00fcrth-Gruppe entfernt. Der schw\u00e4bische Schraubenh\u00e4ndler Reinhold W\u00fcrth ist einer der reichsten Menschen der Welt und einer der bedeutendsten Kunstsammler, auch, was seine Inszenierung als F\u00f6rderer der Kunst betrifft. W\u00fcrth besitzt nicht nur die gr\u00f6\u00dfte Kunstsammlung Europas, er stellt sie auch aus und zwar f\u00fcr jedermann zug\u00e4nglich und kostenlos. Die Zahl der von W\u00fcrth betriebenen Ausstellungsh\u00e4user w\u00e4chst stetig. Den Anfang machte 1991 das Museum W\u00fcrth in den Verwaltungsr\u00e4umen der Adolf W\u00fcrth GmbH &amp; Co. KG. Inzwischen gibt es weitere Museen an den Firmensitzen in D\u00e4nemark, \u00d6sterreich, Holland, Norwegen, Italien, Belgien, Frankreich und Spanien. 2017 wurde das vom britischen Star-Architekten David Chipperfield entworfene Carmen W\u00fcrth Forum als Kongress- und Kulturzentrum direkt gegen\u00fcber der Firmenzentrale der Adolf W\u00fcrth GmbH &amp; Co. KG er\u00f6ffnet \u2013 auf einer Fl\u00e4che von 170 000 Quadratmetern mit einem Kammermusiksaal f\u00fcr 600 Personen, einem Saal f\u00fcr 2500 Personen und einem Au\u00dfengel\u00e4nde f\u00fcr Veranstaltungen mit bis zu 10 000 Personen. Seit 2020 wurde der Komplex um einen Konferenzbereich und um ein Museum erweitert, geplant ebenfalls von David Chipperfield. Diesem Museum und dem die Geb\u00e4ude umgebenden Skulpturengarten galt der erste Teil der Herbstexkursion.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"p-century-gothic\">Zwei parallele Gruppenf\u00fchrungen stellten einerseits die von Chipperfield bewusst \u201ewie ein Gedankenstrich in die Landschaft gesetzte\u201c Architektur mit ihren zwar \u00e4u\u00dferst vereinfachten, doch un\u00fcbersehbar von klassisch-antiken Traditionen gepr\u00e4gten Formen vor. Ein Rundgang f\u00fchrte auch durch die aktuelle, immer wieder modifizierte Ausstellung aus der umfangreichen Sammlung. Ein Highlight war das erst vor zwei Jahren aus Privatbesitz wieder aufgetauchte \u201eSelbstbildnis gelb-rosa\u201c, das Max Beckmann 1943 im Exil gemalt hatte. Im Dezember 2022 erwarb es Reinhold W\u00fcrth mit einem anonymen Gebot \u00fcber 20 Millionen Euro bei einer Versteigerung im Auktionshaus Villa Grisebach. Damit ist das knapp einen Meter hohe \u00d6lbild das teuerste bislang in Deutschland versteigerte Gem\u00e4lde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"p-century-gothic\">Eindruck machte auch ein gro\u00dfer, den Riesenformaten von Anselm Kiefer gewidmeter Raum, der mit einer multimedialen Kabinettausstellung erg\u00e4nzt wurde. Bisher weitestgehend unbekannt und nun erstmalig in diesem Umfang pr\u00e4sentiert waren hier illustrierte Berichte und Tageb\u00fccher von zwei Studienreisen Anselm Kiefers in den 1960er Jahren, mit \u00fcberraschenden Perspektiven zur Pers\u00f6nlichkeit und k\u00fcnstlerischen Selbstfindung Kiefers.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"p-century-gothic\">Im Skulpturengarten begegnete die Gruppe unter anderem dem aktuellen Preistr\u00e4ger des von der Stiftung W\u00fcrth ausgeschriebenen Robert-Jacobsen-Preises Ugo Rondinone. Der in New York lebende Schweizer K\u00fcnstler pr\u00e4sentiert hier Kunstwerke in einer \u00fcberraschenden stilistischen Bandbreite, von einem gigantischen Steinriesen \u00fcber den Abguss eines uralten Olivenbaums bis zu einem grotesk wirkenden Kreis aus in Aluminium gegossenen fratzenhaften K\u00f6pfen, die zw\u00f6lf Monate des Jahres symbolisierend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"p-century-gothic\">Durch eine beeindruckend sch\u00f6ne Herbstlandschaft fuhr der Bus dann nach Marbach am Neckar, wo das ebenfalls von David Chipperfield geplante Literaturmuseum der Moderne seit dem Jahr 2006 die Best\u00e4nde des Deutschen Literaturarchivs in Wechselausstellungen pr\u00e4sentiert. Aktuell allerdings findet sich hier provisorisch die alte Dauerausstellung des benachbarten Schiller-Nationalmuseums mit den &#8222;vier Schwaben&#8220; \u2013 Schiller, H\u00f6lderlin, Kerner und M\u00f6rike. Das Schiller-Nationalmuseum ist zurzeit geschlossen und wird im Mai 2025 mit neuer Ausstellung wiederer\u00f6ffnet. Anl\u00e4sslich von Franz Kafkas 100. Todestag im Juni 2024 wird hier au\u00dferdem eine Sonderausstellung gezeigt, die Manuskripte, Briefe, Fotos und Erinnerungsst\u00fccke von Kafka mit Rezeptionsspuren seiner Literatur bis zur Gegenwart kombiniert. Deutlich wurden den Exkursionsteilnehmern die Schwierigkeiten bei der Pr\u00e4sentation der \u00e4u\u00dferst kleinteiligen, licht- und temperatur- und feuchtigkeitsempfindlichen Exponate. Der durch Dunkelheit und K\u00fchle bedingten \u201eKelleratmosph\u00e4re\u201c begegnet die Architektur mit einer gro\u00dfen Raumh\u00f6he und der teilweisen \u00d6ffnung zum Neckartal, \u00fcber dem das ganze Geb\u00e4ude mit seinem \u00e4hnlich klassisch wie in K\u00fcnzelsau anmutenden S\u00e4ulenumgang thront.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit 33 Teilnehmenden startete die diesj\u00e4hrige, dem Werk von David Chipperfield gewidmete Herbstexkursion der Kulturinitiative Leo Grewenig (KLG) am zweiten Novemberwochenende in nebliger Stimmung. Die Sonne sollte sich erst nachmittags in Marbach zeigen. 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