{"id":159,"date":"2019-05-03T15:19:00","date_gmt":"2019-05-03T15:19:00","guid":{"rendered":"https:\/\/klg-bergstrasse.de\/?p=159"},"modified":"2020-04-17T16:11:48","modified_gmt":"2020-04-17T16:11:48","slug":"blaupause-lesung-mit-theresia-enzensberger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/klg-bergstrasse.de\/?p=159","title":{"rendered":"Blaupause: Lesung mit Theresia Enzensberger"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"p-century-gothic\">In diesem Jahr wird das Bauhaus 100 Jahre alt. In \u00fcber 600 Veranstaltungen wird deutschlandweit gefeiert und der legend\u00e4ren Kunstschule gedacht, die als \u201eOrt der Utopien\u201c nur 14 Jahre bestand, aber bis zum heutigen Tag weltweit auf dem Gebiet von Kunst, Design, Handwerk und Architektur wirkt.\nAus diesem Anlass werden in Heppenheim eine Lesung und eine Ausstellung als Kooperationsprojekte mit unterschiedlichen Partnern angeboten.\nIn Heppenheim liest Theresia Enzensberger aus ihrem Roman \u201cBlaupause\u201c, den sie in weiser Voraussicht auf das hundertj\u00e4hrige Jubil\u00e4um bereits 2017 ver\u00f6ffentlicht hat.\nAuf der Folie der Weimarer Republik mit ihren Turbulenzen, Verwerfungen, Umbr\u00fcchen und Aufbr\u00fcchen in die Moderne erz\u00e4hlt die Autorin- in einer Mischung aus Fiktion und Realit\u00e4t- die Geschichte einer jungen Frau, die 1921 an das Bauhaus kommt, um ihren Lebenstraum zu verwirklichen. Luise Schilling m\u00f6chte unbedingt Architektin werden, \u201esie will die Zukunft bauen und die Vergangenheit abrei\u00dfen.\u201c Mit heimlich angefertigten Zeichnungen hat sie sich hinter dem R\u00fccken der Eltern an der neuen Kunstschule in Weimar beworben. Walter Gropius, ihr Gr\u00fcnder und Direktor, bescheinigt Luises Zeichnungen Potential. Doch bevor sie in die Baulehre aufgenommen werden k\u00f6nne, m\u00fcsse sie &#8211; dem ganzheitlichen Ausbildungskonzept der neuen Hochschule entsprechend \u2013 zun\u00e4chst einen Vorkurs und danach eine Werkstatt absolvieren. Luises Enthusiasmus erh\u00e4lt erst einmal einen D\u00e4mpfer.\nSchon bald realisiert Luise, dass am Bauhaus trotz emanzipatorischem Anspruch alte Rollenbilder und Denkmuster gelten. Sie f\u00fchlt sich zwar als Frau begehrt, aber fachlich von ihren m\u00e4nnlichen Kommilitonen nicht ernst genommen. Ihr verehrter Lehrer l\u00e4sst ihre Abschlussarbeit bei der Pr\u00e4sentation am Ende des Vorkurses durchfallen, tr\u00f6stet mit der Bemerkung, die meisten Frauen h\u00e4tten Defizite im dreidimensionalen Sehen und r\u00e4t zur Textilwerkstatt, wo sie doch wegen der Baulehre in die Tischlerei muss. Luise gewinnt den Eindruck, dass Frauen in die Weberei gedr\u00e4ngt werden, dass die Architektur bzw. die Baulehre die Dom\u00e4ne der M\u00e4nner bleiben soll.\n1923 endet ihr Studium abrupt durch eine Intervention des Vaters, der sie zum Besuch einer Haushaltsschule nach Berlin beordert.\n1926 kehrt sie ans Bauhaus zur\u00fcck. Inzwischen ist es nach Dessau verlegt. Luises Lage ist jetzt eine andere, sie wird nicht mehr von den Eltern finanziert, doch ihr Ehrgeiz ist ungebrochen. 1927 wird sie endlich in die Baulehre aufgenommen. Kann sie jetzt unter versch\u00e4rften Bedingungen ihr ambitioniertes Ziel, das Architekturdiplom, erreichen, um dann endlich H\u00e4user bauen zu k\u00f6nnen?\nVor oder nach der Lesung haben Sie die M\u00f6glichkeit, die Ausstellung\u201c Die \u00c4sthetik des Einfachen\u201c im Museum Heppenheim neben dem Marstall zu besuchen. Diese Ausstellung r\u00fcckt die Frage der formalen Reduzierung und die gestalterische Suche nach dem Elementaren und Funktionalem im Design in den Fokus. Ausgew\u00e4hlte Objekte aus der Umgebung des Bauhauses und der Hochschule f\u00fcr Gestaltung in Ulm und aktuelle Produkte von f\u00fcnf regionalen Gestaltern aus dem s\u00fcdhessischen Raum werden gezeigt.\nLesung und Ausstellung sind ein Kooperationsprojekt von Forum Kultur Heppenheim, der Kulturinitiative Leo Grewenig und dem Museum Heppenheim.\n\nTermin: &nbsp;28. Mai 2019, 20.00 Uhr (Das Museum wird 1 Stunde vor der Lesung ge\u00f6ffnet)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Jahr wird das Bauhaus 100 Jahre alt. In \u00fcber 600 Veranstaltungen wird deutschlandweit gefeiert und der legend\u00e4ren Kunstschule gedacht, die als \u201eOrt der Utopien\u201c nur 14 Jahre bestand, aber bis zum heutigen Tag weltweit auf dem Gebiet von Kunst, Design, Handwerk und Architektur wirkt. 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