{"id":193,"date":"2018-05-03T16:16:00","date_gmt":"2018-05-03T16:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/klg-bergstrasse.de\/?p=193"},"modified":"2020-04-17T16:14:22","modified_gmt":"2020-04-17T16:14:22","slug":"fruehjahrsexkursion-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/klg-bergstrasse.de\/?p=193","title":{"rendered":"Fr\u00fchjahrsexkursion 2018"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Saarbr\u00fccken<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"p-century-gothic\">Das&nbsp; &#8222;Museum ist ein Ort der Debatte, des Diskurses, wo wirklich nicht einfach ein Konsens gesucht wird&#8220; \u2013 so steht es auf der Boden vor dem Eingang der Modernen Galerie des Saarlandmuseums in Saarbr\u00fccken. Der Satz stammt aus der zum Teil heftigen Kontroverse, die um den Neubau des Museums gef\u00fchrt wurde und ist mit einer schier un\u00fcberschaubaren Zahl von weiteren Zitaten aus der Diskussion in einem fortlaufenden Band zu lesen, nicht nur auf der das Haus umgebenden Fl\u00e4che, sondern auch auf den Au\u00dfenw\u00e4nden. Das kubische Geb\u00e4ude-Ensemble der Modernen Galerie des Saarlandmuseums in Saarbr\u00fccken galt mit seiner in die Stadtlandschaft eingebundenen, modulhaften Architektur seit der Er\u00f6ffnung in den 1960er-Jahren geradezu als eine Ikone des Museumbaus im Nachkriegsdeutschland. Die in diesem Jahrtausend geplante Erweiterung geriet zum Desaster, das Politik und \u00d6ffentlichkeit jahrelang in Atem hielt und unter anderem explodierende Kosten, F\u00e4lle von Veruntreuung und Korruption, einen gefeuerten Museumsdirektor, zwei parlamentarische Untersuchungsaussch\u00fcsse und eine B\u00fcrgerinitiative gegen die erforderliche Opferung einer Gr\u00fcnfl\u00e4che in der Stadtmitte mit sich brachte. Im November 2017 konnte jedoch der neue Anbau endlich er\u00f6ffnet werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1020891-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-196\" srcset=\"https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1020891-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1020891-300x169.jpg 300w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1020891-768x432.jpg 768w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1020891-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1020891-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1020891-1200x675.jpg 1200w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1020891-1980x1114.jpg 1980w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Das Saarlandmuseum in Saarbr\u00fccken. Foto: KLG-Bergstra\u00dfe, CC BY-ND 4.0<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"p-century-gothic\">Jetzt f\u00fchrte die Fr\u00fchjahrsexkursion der Kulturinitiative Leo Grewenig (KLG) mit rund 30 Teilnehmern nach Saarbr\u00fccken. Die Moderne Galerie des Saarlandmuseums besitzt durch eine Schenkung der Erben des K\u00fcnstlers etwa 170 Werke des 1991 in Bensheim gestorbenen Leo Grewenig. Eines davon, \\&#8220;Winterlandschaft mit Schlittenfahrern\\&#8220; aus dem Jahr 1925, ist als Teil der st\u00e4ndigen Ausstellung zwischen zwei Arbeiten von Karl Hofer und Otto Dix zu sehen. Schon 1975 hatte es im Saarlandmuseum eine gro\u00dfe Retrospektive des K\u00fcnstlers gegeben. Auf Vermittlung von Waltrud H\u00f6lscher, der Tochter Leo Grewenigs,&nbsp; f\u00fchrte Dr. Roland M\u00f6nig, seit 2013 Museumsleiter und zugleich Vorstand der Stiftung Saarl\u00e4ndischer Kulturbesitz, die Bergstr\u00e4\u00dfer Gruppe durch die Sammlungen. Er erl\u00e4uterte auch das architektonische Konzept, durch das in Kooperation des Architekturb\u00fcros Kuehn Malvezzi mit dem K\u00fcnstler Michael Riedel das Vorhaben des Erweiterungsbaus zu einem guten, weithin akzeptierten Ende fand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"p-century-gothic\">Die Freifl\u00e4chen zwischen den Bauk\u00f6rpern sind betont und verschr\u00e4nken das Museum mit der Stadt. Das Museum, so schon der gestalterische Gedanke der 1960er-Jahre, tritt als skulpturaler K\u00f6rper in Dialog mit der umgebenden Landschaft. Michael Riedel hat den Au\u00dfenraum mit einer rund 4.000 m\u00b2 gro\u00dfen Arbeit gestaltet. Es ist ein Boden voller Buchstaben und Textb\u00e4nder, die sich hoch \u00fcber die W\u00e4nde ziehen: das Protokoll einer Landtagsdebatte \u00fcber das Museum.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/KLG_Pae_White_klein-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-195\" srcset=\"https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/KLG_Pae_White_klein-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/KLG_Pae_White_klein-300x169.jpg 300w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/KLG_Pae_White_klein-768x432.jpg 768w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/KLG_Pae_White_klein-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/KLG_Pae_White_klein-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/KLG_Pae_White_klein-1200x675.jpg 1200w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/KLG_Pae_White_klein-1980x1114.jpg 1980w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Teilnehmer der Exkursion in einer tempor\u00e4ren Installation im Saarlandmuseum. Foto: KLG-Bergstra\u00dfe, CC BY-ND 4.0<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"p-century-gothic\">Im Innern warteten auf die Exkursionsteilnehmer sehr gro\u00dfz\u00fcgig gestaltete, lichtdurchflutete R\u00e4ume mit reizvollen Blicken ins Gr\u00fcne \u2013 vor allem aber mit einer Auswahl hochkar\u00e4tiger Kunstwerke, die von einer au\u00dfergew\u00f6hnlichen Sammlungsgeschichte zeugen. Die grenznahe Lage Saarbr\u00fcckens, die starke Beeinflussung durch franz\u00f6sische und deutsche Str\u00f6mungen zugleich sowie nach dem Zweiten Weltkrieg die Konzeption des Saarlands als zun\u00e4chst autonomes Staatsgebilde pr\u00e4gen die reichen Best\u00e4nde vom Impressionismus bis zur Gegenwart. Schwerpunkte bilden die Berliner Secession und der deutsche Expressionismus, aber auch die Kunst der \u00c9cole de Paris und des Informel. Nicht zuletzt befinden sich in Saarbr\u00fccken viele Werke des Bildhauers Alexander Archipenko, der das Saarlandmuseum zum Erben seiner Gipsmodelle eingesetzt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"p-century-gothic\">Der Erweiterungsbau erm\u00f6gliche es nun, auch aktuelle Kunst zu sammeln und zu zeigen, erkl\u00e4rte Dr. Roland M\u00f6nig. Jetzt k\u00f6nne man auch den neuen Gro\u00dfformaten und dem digitalen Zeitalter gerecht werden. Ein eindrucksvolles Beispiel daf\u00fcr bekamen die Bergstr\u00e4\u00dfer mit der tempor\u00e4ren Raumgestaltung der amerikanischen K\u00fcnstlerin Pae White , die sie eigens zur Wiederer\u00f6ffnung der Modernen Galerie realisierte. Die fl\u00e4chige Gestaltung der B\u00f6den, Decken und W\u00e4nde und die raumdurchschneidende Anordnung von farbigen Wollf\u00e4den in dem viele Meter hohen Erweiterungsbau erforderte eine pr\u00e4zise Planung mit digitalen Mitteln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"p-century-gothic\">Ein Denkmal ganz anderer Art besuchte die Gruppe im zweiten Teil der vom ersten Vorsitzenden der KLG Erich Henrich organisierten und geleiteten Exkursion: Die nahe bei Saarbr\u00fccken gelegene UNESCO-Weltkulturerbest\u00e4tte \u201eV\u00f6lklinger H\u00fctte\u201c, 1873 gegr\u00fcndet und 1986 stillgelegt, zeugt als einzigartiges, noch im Originalzustand erhaltenes Eisenwerk von der Geschichte der industriellen Roheisenerzeugung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1020925-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-197\" srcset=\"https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1020925-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1020925-300x169.jpg 300w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1020925-768x432.jpg 768w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1020925-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1020925-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1020925-1200x675.jpg 1200w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1020925-1980x1114.jpg 1980w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>F\u00fchrung V\u00f6lklinger H\u00fctte Foto: KLG-Bergstra\u00dfe, CC BY-ND 4.0<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Saarbr\u00fccken Das&nbsp; &#8222;Museum ist ein Ort der Debatte, des Diskurses, wo wirklich nicht einfach ein Konsens gesucht wird&#8220; \u2013 so steht es auf der Boden vor dem Eingang der Modernen Galerie des Saarlandmuseums in Saarbr\u00fccken. 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