{"id":702,"date":"2021-10-15T10:50:09","date_gmt":"2021-10-15T10:50:09","guid":{"rendered":"https:\/\/klg-bergstrasse.de\/?p=702"},"modified":"2021-11-07T11:27:28","modified_gmt":"2021-11-07T11:27:28","slug":"neues-bauen-in-mannheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/klg-bergstrasse.de\/?p=702","title":{"rendered":"Fahrt nach Mannheim, Herbst 2021"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"p-century-gothic\">Nach der langen Pause in unseren Vereinsaktivit\u00e4ten f\u00fchrte uns am 9. Oktober der Weg nach Mannheim. Bevor wir demn\u00e4chst unsere klassischen Exkursionen mit dem Bus wieder starten, versuchten wir uns am \u201ekleinen Format\u201c mit niedrigem finanziellen Risiko.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"p-century-gothic\">Wir fuhren mit der Bahn nach Mannheim und bewegten uns dort zu Fu\u00df und per Stra\u00dfenbahn. Auf dem Weg vom Hauptbahnhof zur Kunsthalle begegneten wir mit der Stra\u00dfenbahnhaltestelle am Tattersall dem ersten Denkmal aus der \u201eBauhausvergangenheit\u201c Mannheims \u2013 erbaut 1928 vom Leiter des St\u00e4dtischen Hochbauamts Josef Zizler, heute zwar sehr vernachl\u00e4ssigt aber doch komplett, mit nur einer dezenten Erweiterung erhalten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_0322-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-715\" srcset=\"https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_0322-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_0322-300x225.jpg 300w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_0322-768x576.jpg 768w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_0322-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_0322-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_0322.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Stra\u00dfenbahnhaltestelle am Tattersall, Foto Uwe Horst, CC BY-ND 4.0<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"p-century-gothic\">In einer zweist\u00fcndigen F\u00fchrung durch die Kunsthalle lernten wir den 2018 er\u00f6ffneten Hector-Bau (Planer: gmp \u2013 von Gerkan Marg und Partner) und den 1909 er\u00f6ffneten Altbau von Hermann Billings kennen \u2013 sowohl das Konzept der \u201eStadt in der Stadt\u201c mit einem jedermann kostenlos zug\u00e4nglichen Forum zwischen den Ausstellungsr\u00e4umen als auch die Probleme in der Bauausf\u00fchrung wie herabfallende oder verzogene Fassadenplatten. Themen waren auch Schwerpunkte der durch die unterschiedlichen Direktoren gepr\u00e4gten Sammlung wie die franz\u00f6sische Malerei des 19. Jahrhunderts oder die Neue Sachlichkeit und einzelne Highlights wie der fr\u00fch und damit noch \u201eg\u00fcnstig\u201c erworbene \u201eSchreiende Papst\u201c von Francis Bacon aus dem Jahr 1951 oder Edouard Manets lange Zeit nicht \u00f6ffentlich zeigbares Monumentalbild von der Erschie\u00dfung Kaiser Maximilians von Mexiko.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"p-century-gothic\">Nach der Mittagspause sahen wir uns drei zwischen 1927 und 1930 entstandene Geb\u00e4udekomplexe an, was derzeit leider nur von au\u00dfen m\u00f6glich war. Anhand von Fotos aus der Erbauungszeit und Ansichten vergleichbarer Geb\u00e4ude gewannen wir einen Eindruck von den ehemals k\u00fchnen Architekturen, die im Stadtbild heute auf den ersten Blick eher wie Bauten der Nachkriegszeit wirken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"p-century-gothic\">So etwa das ehemalige Palasthotel Mannheimer Hof in der Augustaanlage 4-6 (jetzt Leonardo Royal Hotel Mannheim),  bis 1930 im Auftrag der Stadt Mannheim unmittelbar angrenzend an die \u00fcppige Architektur aus Gr\u00fcnderzeit und Jugendstil rund um den Wasserturm erbaut. Der Architekt Fritz Becker (1882-1973) war wie die meisten Architekten des Neuen Bauens kein Bauh\u00e4usler, sondern ausgebildet an der TU Darmstadt und der TH M\u00fcnchen, wo etwa auch Walter Gropius, Ernst May,  Erich Mendelsohn oder Josef Zizler studierten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"p-century-gothic\">Die dezidiert moderne Haltung entsprach der vom Mannheimer B\u00fcrgermeister Heimerich vor und nach der Zeit des Nationalsozialismus getragenen Ausrichtung an Prinzipien des Bauhauses (f\u00fcr dessen Ansiedlung in Mannheim es sowohl 1925 als auch nach dem Zweiten Weltkrieg erfolglose Bem\u00fchungen gab).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/image5-rotated.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-711\" width=\"320\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/image5-rotated.jpeg 320w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/image5-300x225.jpeg 300w\" sizes=\"(max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><figcaption>Foto: Norbert Koller, CC BY-ND 4.0<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"p-century-gothic\">Auch die Neuapostolische Kirche in der Neckarstadt (Moselstra\u00dfe 6-8), von dem Mannheimer Architekten Wilhelm Friedrich W\u00fcrth 1929 geplant, regt den Vor\u00fcbergehenden kaum zum Innehalten an. Der asymmetrisch angelegte Sakralbau wendet sich mit seinem Trakt mit Predigerwohnungen und dem 22 m hohen Turm von allen tradierten Kirchenbauformen ab. Das N\u00fcchterne und Zweckm\u00e4\u00dfige triumphiert \u00fcber die feierliche \u00dcberh\u00f6hung. Ver\u00e4nderungen an den Fenstern und der Au\u00dfenhaut und das Entfernen einst vorhandener Balkone lassen die fr\u00fchere Klarheit der Konzeption kaum noch erkennen, obwohl die Bauk\u00f6rper an sich nicht ver\u00e4ndert wurden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_0373-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-717\" srcset=\"https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_0373-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_0373-300x225.jpg 300w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_0373-768x576.jpg 768w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_0373-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_0373-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/klg-bergstrasse.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_0373.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Fr\u00f6bel-Seminar, Foto Uwe Horst, CC BY-ND 4.0<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"p-century-gothic\">Ganz anders das Fr\u00f6bel-Seminar im Lindenhof (Rennerhofstra\u00dfe 2), das, wohl vom Bauhaus-Musterhaus \u201eHaus am Horn\u201c in Weimar angeregt, 1926 von Bauamtsleiter Josef Zizler geplant wurde und als Ort f\u00fcr Licht und Luft im Gr\u00fcnen noch heute seinen Charakter bewahrt hat und nur durch ein angepasstes Nebengeb\u00e4ude vor einigen Jahren erweitert wurde. Als erstes Geb\u00e4ude im Bauhaus-Stil in Mannheim wurde es vom St\u00e4dtischen Hochbauamt f\u00fcr die beiden P\u00e4dagoginnen (und Schwestern) Rosa und Dora Gr\u00fcnbaum errichtet. Diese hatten im Jahr 1900 einen Kindergarten mit Seminarr\u00e4umen zur Ausbildung von Kinderg\u00e4rtnerinnen gegr\u00fcndet, der in dem neuen Geb\u00e4ude Platz f\u00fcr 85 Kleinkinder und 200 Sch\u00fclerinnen bot. 1933 wurden Rosa und Dora Gr\u00fcnbaum hier w\u00e4hrend des Unterrichts verhaftet und sp\u00e4ter ermordet. W\u00e4hrend der Nazizeit wandten sich viele Architekten, wie auch Fritz Becker und Josef Zizler, schnell dem r\u00fcckw\u00e4rtsgewandten Heimatstil zu.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der langen Pause in unseren Vereinsaktivit\u00e4ten f\u00fchrte uns am 9. Oktober der Weg nach Mannheim. Bevor wir demn\u00e4chst unsere klassischen Exkursionen mit dem Bus wieder starten, versuchten wir uns am \u201ekleinen Format\u201c mit niedrigem finanziellen Risiko. 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