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Exkursionen

Design und Gartenkunst in Kaiserslautern

Mehr als 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter auch ein Kind, nahmen an der Herbstexkursion 2026 der Kulturinitiative Leo Grewenig (KLG) nach Kaiserslautern teil. Auf dem Programm stand das Werk der Designerin und Architektin Eileen Gray, das bis zum 8. November im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern gezeigt wurde – als dritter Teil der Ausstellungsreihe „Golden Girls“, die dem außergewöhnlichen Schaffen von Frauen der angewandten Kunst gewidmet ist.

24.10.2026

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Der Besuch der Ausstellung bot nicht nur Gelegenheit, die Originale der berühmten Objekte zu sehen, sondern auch die Möglichkeit, die Möbelstücke, die bis heute hergestellt werden, selbst auszuprobieren. So erwies sich der Sessel „Bibendum“ als ausgesprochen bequem und der „Adjustable Table E.027“ wurde seinem Namen gerecht, indem man ihn mehrfach verstellen konnte. Viel Freude hatten die Museumsgäste auch mit den Kommoden der Designerin, deren „Schubladen“ nicht ausziehbar, sondern um eine Achse schwenkbar sind.

Begeisterung rief die Gestaltung der Ausstellungsräume durch die Regisseurin und Bühnenbildnerin Anna Viebrock hervor. Sie brachte 2012 Grays Haus E.1027 als eine Verschränkung von Raum und Erzählung auf die Bühne und entwickelte für die Ausstellung eine räumliche Vision, die dieses einzigartige Haus atmosphärisch erfahrbar machte.

Ein besonderer Glücksfall war die von Erich Henrich, dem ersten Vorsitzenden der KLG, organisierte Führung durch die Kuratorin Svenja Kriebel. Aus erster Hand erfuhren die Exkursionsteilnehmenden nicht nur viel über Eileen Gray, sondern auch über Hintergründe der Ausstellungsplanung.

Als Zweites stand der Japanische Garten Kaiserslautern auf der Agenda. Der Garten ist einer der größten japanischen Gärten in Europa. Er wurde im Jahr 2000 eröffnet und integriert den über 100 Jahre alten Baumbestand eines ursprünglich von Heinrich Siesmayer angelegten Landschaftsparks. Die Idee zum Garten entstand 1993 bei einem Besuch einer Delegation aus Kaiserslautern in der Tokioter Partnerstadt Bunkyō. 1997 gründete sich der Verein Japanischer Garten Kaiserslautern e. V., um mit Unterstützung der Stadt einen authentischen Garten zu errichten.

Auch hier hatte die Gruppe das Privileg einer besonders sachkundigen Führung durch den langjährigen Mitarbeiter der städtischen Grünflächenplanung und Gründungsvorstand des Vereins. Er machte auf die auch in Kaiserslautern umgesetzten Elemente der klassischen Gartentypen – Teichgarten, Betrachtungs- bzw. Trockenlandschaftsgarten sowie Teegarten – aufmerksam. Eine besondere Rolle spielt das Wasser: Es plätschert aus Felsspalten, fließt über Kaskaden oder spiegelt die Umgebung auf ruhigen Wasserflächen.

Höhepunkt des Gartenrundgangs war der Besuch des historischen, um 1900 in Tokio erbauten Teehauses: Es wurde dort in den 1980er-Jahren abgebaut und in allen Originalteilen nach Deutschland gebracht. Nachdem es zunächst von einer Kampfsportschule genutzt worden war, lagerten die Bauteile mehrere Jahre lang in einer Scheune in Michelstadt im Odenwald, bis das Teehaus 2003 für den Japanischen Garten Kaiserslautern erworben wurde.